1. Was genau ist die Erntemeldung?
Die Erntemeldung Wein ist eine jährliche behördliche Pflicht für alle Weinbaubetriebe in Österreich. Sie erfasst, welche Menge in welcher Qualitätsstufe und in welchen Sorten in einem Weinjahr gelesen wurde. Die Daten fließen in die Weinstatistik und dienen dem BMLRT (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft) sowie der EU-Weinmarktordnung.
Die Erntemeldung ist verwandt mit, aber nicht identisch zur Bestandsmeldung (Frist 16.7.–15.8.), die den Wein-Bestand am Stichtag festhält. Beide werden im gleichen Portal — Wein-Online — abgegeben, aber zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Inhalten.
§ 32 Weingesetz 2009 (AT) i. V. m. der Bestands- und Erntemeldungsverordnung sowie EU-VO 1308/2013 (GMO Wein). Portal: wein-online.bmlrt.gv.at.
2. Fristen 2026 — was wann fällig ist
Die Bestandsmeldung geht der Erntemeldung immer voraus. Ohne fristgerecht abgegebene Bestandsmeldung nimmt Wein-Online die Erntemeldung nicht an — das ist der häufigste Grund für abgelehnte Erntemeldungen.
- Bestandsmeldung 2026: 16. Juli 2026 (Beginn) bis 15. August 2026 (Ende) — Stichtag ist der 31. Juli 2026.
- Erntemeldung 2026: nach Abschluss der Lese; in der Praxis November/Dezember 2026 für den Jahrgang 2026.
- Konkrete Frist Erntemeldung: wird jährlich per Verordnung des BMLRT bekannt gegeben. Erfahrungsgemäß Ende November bis Mitte Dezember.
Wenn die Bestandsmeldung im August nicht durch ist, blockiert Wein-Online die Erntemeldung im November/Dezember. Diesen Kaskaden-Effekt sehen wir bei Betrieben, die das erste Mal digital arbeiten.
3. Ablauf im Wein-Online-Portal
Wein-Online (wein-online.bmlrt.gv.at) ist das offizielle Portal des BMLRT. Der Zugang erfolgt mit Handy-Signatur oder ID-Austria. Die Erntemeldung wird als Datei hochgeladen — nicht online in eine Maske eingegeben.
Der Aufbau der Datei folgt einer XML-/CSV-Struktur, die das Ministerium jährlich veröffentlicht. Anpassungen (neue Felder, geänderte Sortenlisten) kommen typischerweise im September vor dem Peak.
- Einloggen in wein-online.bmlrt.gv.at mit Handy-Signatur / ID-Austria.
- Menü „Erntemeldung“ → „Neue Meldung anlegen“.
- Datei aus Weintailor (XML) hochladen — Format automatisch geprüft.
- Portal zeigt Plausibilitäts-Warnungen an (Delta zur Vorjahresmeldung, Sortenanteile > 100 %, negative Erträge).
- Freigabe im Portal mit Bürgerkarten-Signatur.
4. Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Die häufigsten Ablehnungen kommen nicht aus rechnerischen Fehlern, sondern aus abweichenden Stammdaten: Rebfläche, Sorten-Katalog und Weinbau-Riedstruktur ändern sich zwischen den Meldungen und müssen fortgeschrieben werden.
- Rebfläche. Zahl aus INVEKOS-Meldung sollte mit Weintailor-Rieden übereinstimmen. Weintailor blendet Abweichungen ein.
- Sortenkatalog. BMLRT hat einen offiziellen Sorten-Katalog. Neue Sorten müssen dort gelistet sein — Weintailor prüft das gegen die Ist-Liste.
- Mengenkonsistenz. Traubenanlieferung ↔ Mostgewicht ↔ Endprodukt-Menge muss plausibel sein. Große Deltas führen zu Prüfrückfragen.
- Qualitätsstufen. DAC / Prädikat / Landwein / Wein — die Zuordnung muss der tatsächlichen Analyse entsprechen. Weintailor mappt die Analyse-Werte automatisch.
5. Wie Weintailor die Erntemeldung erledigt
Weintailor führt den Bestand laufend aus dem Kellerbuch fort. Zum Meldezeitpunkt entsteht der Erntemeldungs-Draft mit Plausibilitäts-Check gegen die Vorjahresmeldung, die aktuelle Rebfläche und den offiziellen Sorten-Katalog.
Der Compliance-Autopilot legt 14 Tage vor Ablauf des Fensters eine Freigabe-Karte in der zentralen Inbox an. Du prüfst den Draft, gibst frei — Weintailor exportiert die Wein-Online-Datei zum Upload.
Weintailor übermittelt die Erntemeldung nicht automatisch. Der Upload ins Wein-Online-Portal bleibt bei dir — mit der von Weintailor vorbereiteten, fertigen Datei.
6. Checkliste zum Ausdrucken
Die Checkliste bündelt die Punkte für Bestandsmeldung + Erntemeldung 2026 auf einem Blatt. Nutze sie zum Abhaken zwischen Weinlese und Meldezeitpunkt.
Erntemeldungs-Checkliste 2026 (PDF)
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